Zur Webversion.

GermanBoardNews

 

GermanBoardNews mit freundlicher Unterstützung von Brainloop

 

 

Ausgabe 82 | 17. März 2017

 

Tops: Heuschrecke als Governance-Garant | Aufsichtsräte als Reformer
Flops: Abhängige Gewerkschaftler | Gründer mit Hybris
Szene-News: Deutsche Bank | BlackRock | Flughafen BER

Tops der Woche

 

Marktforscher GfK: Mit „Heuschrecke“ auf dem Weg zu guter Governance

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), immerhin im SDax notiert, hat unruhige Zeiten hinter sich. Umstrittene Akquisitionen, schrumpfende Marktanteile und Gewinnwarnungen prägten das Bild; 2016 wurden Vorstands- und Aufsichtsratschef gleichzeitig abserviert. Kern des Problems ist aus unserer Sicht die historisch gewachsene Struktur mit dem GfK-Verein als Großaktionär (Anteil: 56,5 Prozent), der sich als Think Tank versteht – und dessen Honoratioren bislang weder als Gesellschafter noch als Aufsichtsräte eine glückliche Rolle spielten. Doch inzwischen gibt es positive Anzeichen: Der Verein hat mit Ralf Klein-Bölting einen qualifizierten Manager an die Gremienspitze geschickt; zugleich drängt der neue 30-Prozent-Aktionär KKR auf eine Professionalisierung – und hat zudem Ex-Beiersdorf-Vorstand Peter Feld als Vorstandschef durchgesetzt (der für KKR bereits den Besteckhersteller WMF in ruhigeres Fahrwasser geführt hat). Wir glauben: Dank umfassender Mitspracherechte könnte sich KKR als gutes Gegengewicht zum GfK-Verein entpuppen – zumal wir derzeit immer öfter erleben, dass vermeintliche Heuschrecken Garanten für gute Governance sind.

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

Frauenquote, Boni & Co.: Warum Aufsichtsräte jetzt Vertrauen verdient haben

Derzeit hat sie wieder Hochkonjunktur, die Regulierungswut. Neben Steuervorschriften für Managergehälter denken die Regierenden nun auch über strengere Vorgaben in Sachen Frauenquote nach; Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) drohte letzte Woche mit einer „harten Quote“ für Vorstände. Bei solchen Forderungen scheinen Regulierungsfreunde zu ignorieren, dass viele Unternehmen Fortschritte machen – sei es bei Managergehältern (Beispiel Deutsche Bank), AR-Vergütungen (Beispiel VW) oder eben der Frauenquote (Beispiel Porsche). Statt mit neuen erzieherischen Maßnahmen zu drohen und alle über einen Kamm zu scheren, sollte die Politik dies anerkennen – und den Aufsichtsräten Freiräume lassen für weitere Reformen, die aufs Unternehmen zugeschnitten sind. In Sachen Frauenquote etwa unterscheiden sich die Herausforderungen; in vielen Branchen könnten neue Gender-Vorgaben endgültig zulasten von Kompetenz und Qualifikation gehen. Und die müssen ausschlaggebend bleiben – bei Vorständen genauso wie bei Aufsichtsräten.

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 

 

 

Flops der Woche

 

Mitbestimmung: Die gefährliche Abhängigkeit der Funktionäre

Die Debatte um den Chef der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat ein Schlaglicht auf Funktionäre in den Aufsichtsräten geworfen. Anders als Wendt sind sie meist verpflichtet, den größten Teil ihrer Vergütung an die Gewerkschaft oder die Hans-Böckler-Stiftung weiterzuleiten (Beispiel Verdi). Was bei Arbeitnehmern für Genugtuung sorgt und Neiddebatten vorbeugt, ist aus Corporate-Governance-Perspektive hochgradig bedenklich – und zwar nicht nur, weil es die Bereitschaft dämpfen kann, sich die erforderliche Zeit fürs Mandat zu nehmen. Zudem erhöht die Regelung die Abhängigkeit der Funktionäre von Verdi, IG Metall & Co. und verschärft somit einen Interessenkonflikt. Denn in ihrer Funktion als Aufsichtsrat sind sie allein dem Wohl des Unternehmens verpflichtet (siehe dazu die VARD-Berufsgrundsätze) – und nicht einzelnen Stakeholdern wie Arbeitnehmern und Gewerkschaften. In der Praxis sieht das leider anders oft aus. Mehr Unabhängigkeit von den Gewerkschaften wäre deshalb wichtig. Und dazu gehört eine persönliche, angemessene Vergütung.

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

Börsengänge: Vorsicht vor Autokraten und ihrer Governance-Kultur

Haben Sie den Börsengang des US-Messaging-Dienstes Snapchat verfolgt? Erst schoss der Aktienkurs nach oben, danach ging‘s kräftig abwärts. Und jetzt kommt Kritik hinzu: Die Pensionsfonds-Allianz „Council of Investors“ kritisiert, dass Aktionäre keine Stimmrechte erhalten und fordert, Snapchat nicht in Börsenindizes aufzunehmen. Auch wir sehen Stimmrechts-Privilegien – zumal in der Snapchat-Variante – kritisch. Sicher: Sie können Unternehmen vom Kapitalmarkt-Druck abschirmen und längerfristiges Denken erleichtern. Gefährlich wird’s jedoch, wenn sie mit autokratischen Tendenzen und Beratungsresistenz des Managements – und damit schlechter Governance-Kultur – eingehen. Darauf deutet auch die Rechtfertigung von Snapchat hin: Ein „erheblicher Teil des Erfolgs“ sei auf die „visionäre Kreativität und die Managementfähigkeiten der Gründer zurückzuführen“, heißt es. Bei allem Respekt: Für Unternehmen, die die nächste Wachstumsstufe zünden wollen, ist eine derart rückwärtsgewandte Haltung brandgefährlich.

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 

 

Matching

 

 

Szene-News

 

 

Flughafen BER: Schlechte Nachrichten von beiden Groß-Baustellen
Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung am Freitag gibt es neue Hiobsbotschaften vom Flughafen Berlin. Laut einem als „streng vertraulich“ qualifizierten Gutachten kann der Betrieb wegen Problemen auf der Baustelle womöglich erst 2019 starten. Nachdem Details aus dem Papier und weitere vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit gelangt waren, erstattete die Flughafengesellschaft Strafanzeige wegen Geheimnisverrats – und [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Aus den Gremien: Peter Löscher verlässt Deutsche Bank
Übereinstimmenden Presseberichten zufolge zieht sich der frühere Siemens-Chef Peter Löscher aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank zurück. Da er die Kontrollgremien des österreichischen Ölkonzerns OMV und des Schweizer Industrie-Konglomerats Sulzer leite, sei er stark ausgelastet, hieß es zur Begründung. Als Mitglied im Integritätsausschuss spielte der Vertraute von Gremienchef Paul Achleitner – gemeinsam mit Joachim [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


BlackRock will Vergütungsexzesse anprangern, aber keinen Rabatz machen
Friedrich Merz, ehemaliges VARD-Präsidiumsmitglied und inzwischen Aufsichtsratschef von BlackRock Deutschland, setzt sich auch in seiner neuen Rolle für bessere Corporate Governance ein. So kritisierte er in der vergangenen Woche laut FAZ „Vergütungsexzesse“ in einzelnen Unternehmen und kündigte an, dass BlackRock – mit fünf Billionen Euro Kundengeldern der weltgrößte Vermögensverwalter – künftig in Einzelfällen stärker [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


 

VARD

 

 

Aktuelle Themen aus anderen Medien

 

 

Leoni: Ex-Chef Probst soll den Aufsichtsrat leiten
Der Kabelspezialist Leoni bekommt einen neuen Chefaufseher: Der einstige Firmenchef Klaus Probst wird künftig den Aufsichtsrat leiten. Zudem soll eine neue Managerin in das Gremium gewählt werden. Der einstige Firmenchef Klaus Probst soll künftig den Aufsichtsrat des Kabelspezialisten Leoni leiten. Die Kapitalvertreter in dem Gremium empfehlen den Aktionären seine Wahl auf der kommenden Hauptversammlung, [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Anlegerrechte gestärkt : Aktionäre dürfen künftig bei Managergehältern mitreden
Bei Gehaltsexzessen der Unternehmensspitze werden die Aktionäre in die Pflicht genommen. Sie bekommen mehr Rechte und sollen so zu Kontrolleuren werden. Die EU-Reform soll noch im ersten Halbjahr 2017 in Kraft treten. Aktionäre dürfen in Europa bei der Festlegung von Managergehältern künftig mehr mitreden. Die EU-Abgeordneten billigten am Dienstag in Straßburg eine entsprechende Reform [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Porsche SE: Ferdinand Piech soll vor der Entmachtung stehen
Bei Porsche und VW war Ferdinand Piech lange Zeit eine der mächtigsten Figuren. Nun stehe der „Boss der Bosse“ kurz davor, sein letztes Mandat als Aufsichtsrat zu verlieren, heißt es. Im Familienclan hat er sich unbeliebt gemacht. Die Familien Porsche und Piëch wollen nach Informationen der Zeitung „Bild am Sonntag“ den ehemaligen VW-Vorstands- und [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Essen – Verdi kritisiert kräftiges Gehaltsplus für RWE-Chef
Auf der Aufsichtsratssitzung von RWE am Mittwoch gab es Streit. Anlass war nicht der Ausfall der Dividende, obwohl der zunächst bei kommunalen Aktionären auf Kritik gestoßen war; diese segnete der Aufsichtsrat ab. Anlass war die mit dem Vorstandsumbau verbundene Gehaltserhöhung für RWE-Chef Rolf Martin Schmitz um rund 15 bis 20 Prozent. Schmitz übernimmt am 1. [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


 

 Tweet der Woche

 

Ein Onion flavoured raw meat Sandwich please.

Wat willst du, Jung?

Ein Mettbrötchen mit Zwiebeln bitte, Gisela.

@RobsondeBar

 

 

Zusammengestellt für Sie von:

DCGI

 

 

Impressum:
Deutsches Corporate Governance Institut (DCGI) UG (haftungsbeschränkt)
Prinz-Georg-Straße 91, 40479 Düsseldorf
Tel.: +49 (0)211 4497 01 | Fax: +49 (0)211 4497 101

Handelsregister: AG Düsseldorf, HRB 75555
Geschäftsführung: Diana Steinbrück, Katrin Danielzik

germanboardnews@dcgi.org | dcgi.org

Sie möchten Ihren Emailempfang bearbeiten?
Einstellungen bearbeiten | GermanBoardNews abbestellen