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GermanBoardNews mit freundlicher Unterstützung von Brainloop

 

 

Ausgabe 93 | 02. Juni 2017

 

Tops: Family Governance bei Faber-Castell | Vorstände: Experten raus!
Flops: Werden Sie Governance-Reformer, Herr Weil! | Frauenquote
Szene-News: Daimler | Deutscher Aufsichtsratstag | Aldi | Reporting

Tops der Woche

 

Familienunternehmen: Qualifikation schlägt Blutsbande – richtig so!

Wann wird aus mehreren Einzel-Beispielen ein Trend? Wir haben den Eindruck: Genau jetzt – zumindest, wenn es um Familienunternehmen und ihre Bereitschaft geht, Familienfremde in Vorstände, Aufsichtsräte oder Beiräte zu berufen. In den letzten Monaten haben wir wiederholt über solche Fälle berichtet, etwa beim Spirituosenhersteller Underberg oder bei den Lübecker Drägerwerken. Jetzt kommt ein weiteres traditionsreiches Unternehmen hinzu: Im Hause Faber-Castell übernimmt mit Daniel Rogger erstmals in der 300-jährigen Firmengeschichte ein Familienfremder den Vorstandsvorsitz. Der 49-jährige Schweizer füllt damit die Lücke, die der Tod von Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell 2016 gerissen hatte. Seine Witwe Gräfin Mary hatte damals deutlich gemacht, dass sie nur eine „Übergangsrolle“ als Chefin spiele, und der 36-jährige Sohn Charles (der auch im Unternehmen arbeitet) räumte – trotz durchaus vorhandenen Ambitionen – mangelnde Erfahrung ein. Eine Selbsterkenntnis, die leider nicht bei allen Sprösslingen gegeben ist.

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Nachfolgeplanung für Vorstände: Experten raus, Kommunikatoren rein

„Ich habe Sie als einen netten Kerl kennengelernt, der viel in der Birne hatte, vor allem chemischen Sachverstand.“ Die Abschiedsworte, die Evonik-Aufsichtsratschef Werner Müller auf der Hauptversammlung in der letzten Woche an den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Klaus Engel richtete, haben Symbolkraft: Experten mit fundiertem Spezialwissen haben in Deuschlands Chefetagen ausgedient. Im Zuge der Digitalisierung sind bei der Nachfolgeplanung zunehmend Manager mit dem Blick fürs große Ganze gefragt, deren Stärken im Teambuilding und im kommunikativen Bereich liegen. Beispielhaft dafür steht Engel-Nachfolger Christian Kullmann: Dem studierten Wirtschaftshistoriker, der bei Evonik lange als Pressechef fungierte, sagen Wegbegleiter hohe Diskussionsbereitschaft und Kritikfähigkeit nach. Das ist ein Vorteil: Angesichts des rasanten digitalen Wandels können Vorstandschefs sowieso nicht mehr die größten Experten sein, weil Wissen zu schnell veraltet. Sie müssen stattdessen die wahren Experten zusammenbringen und ihnen Raum lassen, gute Ideen zu entwickeln – was gar nicht so einfach ist, wenn man sich selbst für den besten Chemiker, Ingenieur oder Mathematiker hält.

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Flops der Woche

 

Volkswagen-Aufsichtsrat: Werden Sie Governance-Reformer, Herr Weil!

Schon erstaunlich, welche Pflichten und Verantwortlichkeiten Aufsichtsräten bisweilen zugeschrieben werden. So rügt die WirtschaftsWoche in ihrer aktuellen Ausgabe, Volkswagen-Aufsichtsrat Stephan Weil kämpfe „vor allem für Top-Manager – statt für Kunden“. So vertrete der niedersächsische Ministerpräsident „strikt die Konzernlinie, Konsumenten stünden hierzulande keine Entschädigungen zu“. Nur zur Erinnerung: Als Aufsichtsrat ist Weil ausschließlich dem Wohl des Unternehmens verpflichtet. Allerdings zeigt die Kritik eindrucksvoll, wie schwer sich seine beiden Rollen trennen lassen. Schließlich muss Weil als Landesfürst zugleich die Interessen der Menschen – und damit der VW-Kunden – vertreten. Die sauberste Lösung wäre deshalb, wenn er sein Amt als Aufsichtsrat niederlegen und für das Land Niedersachsen einen unabhängigen, qualifizierten Experten ins VW-Kontrollgremium schicken würde. Wie wär’s, Herr Weil?

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Frauenquote: Deutschland hinkt hinterher – selbst den Schweizern

Hätten Sie das vermutet? Die Frauenquote in den Vorstandsetagen europäischer Finanzinstitute ist laut einer aktuellen Studie seit 2007 von 10 auf 40 Prozent gestiegen. In Deutschland liegt sie dagegen gerade mal bei 9 Prozent – und steigt nur quälend langsam. Selbst in der Schweiz, wo erst seit Ende 1990 ein flächendeckendes Frauenwahlrecht gilt, scheinen Geldhäuser ambitionierter: UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber kündigte vergangene Woche im Handelsblatt-Interview an, im Verwaltungsrat der Bank „über die Zeit die Parität zu erreichen“. Man werde „nicht aufhören“, wenn die offizielle Zielmarke von einem Drittel Frauen in Führungspositionen erreicht sei, sagte der frühere Bundesbank-Chef. Derzeit führe er beispielsweise Gespräche über die Nachfolge des Verwaltungsrats Joseph Yam und suche jemanden mit „Asien-Expertise“. Dies könnte auf eine Frau hinauslaufen, ließ Weber durchblicken. Schließlich gebe es gerade in Asien „sehr viele Frauen in Führungspositionen“.

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Szene-News

 

 

Aus den Gremien: Julen ersetzt Hambrecht im Aldi-Süd-Beirat
Franz Julen ist neu im Beirat von Aldi Süd, der die Geschäftsführung überwachen und beraten soll. Der 59-jährige Schweizer war Ende 2016 als Chef der Sporthandelskette Intersport zurückgetreten, nachdem er diesen Schritt mehr als ein Jahr zuvor angekündigt hatte. Nach eigener Aussage wollte er über seinen Abgang „selbst entscheiden“. Als Julen im Jahr 2000 [...] 
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Daimler und die Liebe: Warum IT wirklich zur Chefsache wurde
Vor gut einem Monat verkündete der Automobilkonzern Daimler unter der Überschrift „IT ist Chefsache“, dass der Aufsichtsrat Vorstandschef Dieter Zetsche die Zuständigkeit für die Informationstechnologie übertragen habe. Ein logischer Schritt im Zeitalter von Digitalisierung und Cyber-Attacken, so schien es. Doch in seiner aktuellen Ausgabe enthüllt das Manager Magazin, dass es einen anderen Grund für [...] 
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Deutscher Aufsichtsratstag: Diskussion über Managergehälter
Nie zuvor war der Widerstand gegen üppige Managergehälter so groß wie in dieser Hauptversammlungssaison. So lehnten die Aktionäre von Munich Re das Vergütungssystem ebenso ab wie die Anteilseigner von ProSiebenSat1. Und der Aufsichtsrat des Softwarekonzerns SAP wurde nur mit hauchdünner Mehrheit entlastet, nachdem Investoren und Aktionärsberater harsche Kritik an hohen Boni geübt hatten. Höchste [...] 
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Country-by-Country-Reporting: Aufsichtsräte kritisieren EU-Vorhaben
Interessenverbände von Unternehmen, Vorständen und Aufsichtsräten haben den Richtlinien-Entwurf zum sogenannten Country-by-Country-Reporting harsch kritisiert. „Wir sind sehr besorgt, dass der Vorschlag der EU-Kommission für eine Benachteiligung von EU-Unternehmen gegenüber ihren Wettbewerbern sorgt“, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben von zwölf Verbänden an die Mitglieder des Europäischen Parlaments. Zu den Unterzeichnern gehören der Bundesverband der [...] 
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Deutscher Aufsichtsratstag

 

 

Aus den Medien

 

 

EWE: „Arbeiten mit Hochdruck an Aufklärung“
Neuer Aufsichtsratschef, aber keine Kursänderung im obersten EWE-Kontrollgremium: Der am Mittwoch zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählte Bernhard Bramlage hat betont, dass der Aufsichtsrat weiter „mit Hochdruck an der Aufklärung“ der im Raum stehenden Vorwürfe bei dem Oldenburger Energieunternehmen arbeiten werde. „EWE befindet sich ohne Frage in einer herausfordernden Situation“, sagte der ehemalige Landrat des Landkreises Leer [...] 
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Hauptversammlung der Telekom: Telekom hat es mit Verkauf von US-Tochter „nicht eilig“
Telekom-Chef Tim Höttges hat es mit dem Verkauf der Erfolgstochter T-Mobile US nicht eilig. Der Amerika-Ableger sei heute in einer völlig anderen Situation als noch vor einigen Jahren, sagte er am Mittwoch laut Redetext auf der Hauptversammlung der Deutschen Telekom in Köln. "Wir sind in einer Position der Stärke." Nun gelte es, das Geschäft [...] 
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Ferdinand Piëch: Der Patriarch ist wieder da
Zwei Jahre hatte Ferdinand Piëch einen Bogen um das Aktionärstreffen der Porsche SE gemacht. Zu seiner Wiederwahl in den Aufsichtsrat des VW-Großaktionärs ist er wieder da. Aber wie lange bleibt er? In diesem Jahr ist das Familientreffen perfekt. Die beiden vorangegangenen Hauptversammlungen der Porsche SE hat Ferdinand Piëch ausfallen lassen. Doch an diesem Tag [...] 
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 Tweet der Woche

 

Wieso wird denn beim Helene-Fischer-Konzert Fußball gespielt? Das Mädel lässt sich aber auch immer wieder was Neues einfallen!

@RenateBergmann

 

 

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