Zur Webversion.

GermanBoardNews

 

GermanBoardNews mit freundlicher Unterstützung von Brainloop

 

 

Ausgabe 95 | 16. Juni 2017

 

Tops: Die besten deutschen Aufsichtsräte | Debatten auf dem DART
Flops: Top-Verdiener im Staatsdienst | Das Ferrostaal-Tonband-Leak
Szene-News: Heidelberger Druck | Manager & Vertrauen | Pfeiffer Vacuum

Tops der Woche

 

Ranking der Dax-Aufsichtsräte: Wer holt auf, wer fällt zurück?

Eon, Bayer und Fresenius: Das sind die drei Aufsichtsräte, die im aktuellen Dax-30-Ranking der Personalberatung Russell Reynolds am meisten Boden gut gemacht haben. Eon holte gegenüber dem Vorjahr satte 22 Plätze auf und landete auf Platz 5 (Bayer: 15 Plätze auf Platz 10; Fresenius 12 Plätze auf Platz 15). Sicher: Über die Russell-Reynolds-Kriterien und deren Gewichtung könnte man lange streiten, so scheint uns beispielsweise die Kompetenz der AR-Mitglieder zu kurz zu kommen. Dennoch finden wir Rankings unterm Strich hilfreich, weil sie ein Schlaglicht auf die Zusammensetzung der Aufsichtsräte und wichtige „Qualitätskriterien“ werfen – von der Amtszeit der Mitglieder bis zu ihrer Mandatslast. Das renommierte Forschungsinstitut FAS Research hat deshalb übrigens im Auftrag der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland und des Deutschen Corporate Governance Instituts eine wissenschaftlich fundierte Methodik entwickelt, die das zentrale Kriterium „Diversity“ erstmals umfassend messbar macht (und auf diese Weise endlich auch ein aussagekräftiges Dax-Diversity-Ranking ermöglicht). Wir werden in der nächsten Ausgabe darüber berichten – Sie dürfen gespannt sein.

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

Deutscher Aufsichtsratstag: Diskussionen als Signal an Berlin

In zwei Wochen ist es soweit: Am 29./30. Juni kommen Aufsichtsräte aus der ganzen Republik zum 11. Deutschen Aufsichtsratstag (DART) im Düsseldorfer Industrieclub zusammen, um über aktuelle Corporate-Governance-Themen zu diskutieren und, ja, auch zu streiten (zum Beispiel über Managergehälter, die digitale Transformation und den neuen Kodex). Die Debatten werden den Teilnehmern nicht nur wichtige Erkenntnisse und Denkanstöße für ihre Gremienarbeit liefern, sondern zugleich auch ein wichtiges Signal senden: nämlich, dass Deutschlands Aufsichtsräte ihren Job ernst nehmen und mit Herzblut bei der Sache sind. Denn nur, wenn diese Botschaft in Berlin und Brüssel ankommt, können wir die politischen Befürworter einer formalistischen und überegulierenden Corporate-Governance-Philosophie ausbremsen – und pauschale Vorgaben verhindern, die die wirtschaftliche Freiheit beschränken und besondere Verhältnisse in einzelnen Unternehmen und Branchen unberücksichtigt lassen.

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 

 

Brainloop

 

 

Flops der Woche

 

Public Governance: Die Top-Verdiener in deutschen Staatsbetrieben

Laut einer Studie der Zeppelin Universität Friedrichshafen, über die das Handelsblatt diese Woche exklusiv berichtete, war der – inzwischen ausgeschiedene – Bahnchef Rüdiger Grube 2016 der Top-Verdiener unter den Managern deutscher Staatsunternehmen: Mit einer Vergütung von mehr als 1,4 Millionen Euro lag er weit vor KfW-Chef Ulrich Schröder und Alexander Wüerst von der Kölner Kreissparkasse (je rund eine Million Euro). Darüber hinaus zeigt die Studie, dass weniger als ein Drittel der Staatsbetriebe die Saläre ihrer Top-Manager veröffentlicht. Das ist ärgerlich; schließlich geht es um Steuergelder und nicht zuletzt um Vertrauen in staatliche Aktivitäten. Wer jedoch glaubt, mit neuen Transparenzvorschriften die Vergütungen senken zu können, dürfte eines Besseren belehrt werden: In Aktiengesellschaften hat Transparenz zu einer Aufwärtsspirale geführt, weil „Kleinverdiener“ in den Vorständen plötzlich auf höhere Saläre bei der Konkurrenz verweisen konnten. Wer die Corporate Governance in Staatsbetrieben („Public Governance“) verbessern will, sollte deshalb nicht eindimensional auf Transparenz bauen, sondern vor allem für vernünftige Überwachungsstrukturen mit kompetenten Aufsichts- und Verwaltungsräten sorgen.

 

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

Aufsichtsratssitzungen: Wenn die Presse Tonband-Aufnahmen veröffentlicht

Es dürfte für viele Aufsichtsräte ein Horrorszenario sein: Tonbandmitschnitte von Aufsichtsratssitzungen gelangen an die Öffentlichkeit – und werden von Journalisten genüsslich ausgeschlachtet. Genau das erlebten gerade die Board-Direktoren von Uber (mit schwerwiegenden Konsequenzen) und die einstigen Mitglieder des Ferrostaal-Aufsichtsrats um den renommierten Wirtschaftsanwalt Georg Thoma: Das Recherche-Portal Correctiv zitierte ausführlich aus Aufsichtsratssitzungen im Jahr 2009, als der Ferrostaal-Korruptionsskandal gerade eskalierte. Wie die Journalisten an die Tonbänder gerieten, bleibt offen. Klar ist aber: Bei vielen Aufsichtsräten dürften jetzt die Alarmglocken schrillen, weil Aufnahmen nicht unüblich sind (als Basis fürs Protokoll). Diese Praxis sollte unseres Erachtens spätestens jetzt überdacht werden. Und zwar nicht, weil Aufsichtsräte irgendetwas zu verbergen hätten. Sondern weil die Angst vor Veröffentlichungen – auch wenn sie nur im Hinterkopf präsent ist – offene und ehrliche Diskussionen im Gremium hemmt. Und das wäre fatal.

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 

 

 

Szene-News

 

 

Investoren: BlackRock fordert mehr Geld für Arbeitnehmer
Ungewohnte Töne von einer Institution, die vielen als Verkörperung des angelsächsisch geprägten Shareholder-Value-Konzeptes gilt: Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat in Person von Top-Manager Philipp Hildebrand höhere Löhne in Deutschland gefordert. Man könne „nicht auf Dauer alle Gewinne bei den Kapitaleigentümern abliefern“, sagte der frühere Schweizer Notenbanker im Interview mit dem „Spiegel“. „Alle, die an [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Aus den Gremien: Jung für Eichler bei Heidelberger Druckmaschinen
Oliver Jung ist neues Aufsichtsratsmitglied bei der Heidelberger Druckmaschinen AG. Der 55-jährige Maschinenbau-Ingenieur wurde vom Registergericht Mannheim bis zur Hauptversammlung des Unternehmens am 27. Juli bestellt. Dort sollen ihn die Aktionäre dann ordentlich wählen. Jung ist seit 2010 Vorstandsmitglied beim Automobilzulieferer Schäffler und seit 2013 für Produktion, Einkauf und Logistik zuständig. Er ersetzt den [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Managergehälter: Die Deutschen misstrauen den Dax-Managern
Die WirtschaftsWoche berichtet über eine repräsentative Umfrage des Agenturverbandes GPRA, der zufolge 83 Prozent der Deutschen kein Vertrauen in die Vorstände der Dax-Unternehmen haben. Viele könnten nicht mehr nachvollziehen, warum die Top-Manager so hohe Gehälter bekommen – und wie sie für ihre Positionen ausgewählt werden, konstatierte der GPRA-Chairman Uwe Kohrs. Auch gegenüber großen Konzernen [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Aus den Gremien: Streit um AR-Vorsitz bei Pfeiffer Vacuum eskaliert
Die Unternehmerfamilie Busch hat ihre Beteiligung am hessischen Pumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum Ende vergangener Woche von 29 auf mehr als 30 Prozent aufgestockt und fordert nun den Aufsichtsratsvorsitz. Der amtierende Chef des sechsköpfigen Gremiums, Michael Oltmanns von der Kanzlei Menold Bezler in Stuttgart, war auf der turbulenten Hauptversammlung Ende Mai nicht entlastet worden – maßgeblich [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


 

Deutscher Aufsichtsratstag

 

 

Aus den Medien

 

 

Für Air Berlin könnte es bald Schlag auf Schlag gehen
So hatte sich Thomas Winkelmann diese möglicherweise letzte Station seines Berufslebens nicht vorgestellt: Nach knapp 20 Jahren als Manager der Lufthansa wechselte der 57-jährige im Februar als neuer Vorstandschef zum langjährigen Wettbewerber Air Berlin. Und die Strategie war klar: Das schwierige Ferienfliegergeschäft mit rund 35 Jets sollte in ein Joint-Venture mit Tuifly und dem [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Uber-Chef legt Pause ein
Nach massiver Kritik an seinem Führungsstil nimmt sich Uber-Chef Travis Kalanick eine Auszeit. Kalanick schrieb am Dienstag an alle Uber-Mitarbeiter, er wolle sich während dieser Pause von unbestimmter Dauer zu dem Chef entwickeln, "den diese Firma verdient". Zugleich wurde ein interner Untersuchungsbericht über Missstände in dem Unternehmen vorgelegt. Kalanick begründete seine Entscheidung auch damit, [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Opel-Chef Karl-Thomas Neumann tritt zurück
Beim Autohersteller Opel ist der Chef Karl-Thomas Neumann von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung zurückgetreten. Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzchef Michael Lohscheller, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Neumann soll noch bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses an den französischen PSA-Konzern Mitglied der Opel-Geschäftsführung bleiben, wie der Aufsichtsrat des Unternehmens weiterhin beschloss. Über [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


 

 Tweet der Woche

 

Um den Briten noch richtig eins einzuschenken, sollte die EU Günther Oettinger die Brexit-Verhandlungen führen lassen. Auf Englisch.

@Bleifux

 

 

Zusammengestellt für Sie von:

DCGI

 

 

Impressum:
Deutsches Corporate Governance Institut (DCGI) UG (haftungsbeschränkt)
Prinz-Georg-Straße 91, 40479 Düsseldorf
Tel.: +49 (0)211 4497 01 | Fax: +49 (0)211 4497 101

Handelsregister: AG Düsseldorf, HRB 75555
Geschäftsführung: Diana Steinbrück, Katrin Danielzik

germanboardnews@dcgi.org | dcgi.org

Sie möchten Ihren Emailempfang bearbeiten?
Einstellungen bearbeiten | GermanBoardNews abbestellen