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GermanBoardNews mit freundlicher Unterstützung von Brainloop

 

 

Ausgabe 83 | 24. März 2017

 

Tops: Governance-Reformer - 10 Aufsichtsräte, die Vertrauen verdienen
Flops: Managerhaftung bei Daimler | Dobrindt & die Deutsche Bahn
Szene-News: Allianz | K+S | Messer Group | Governance-Studie

Tops der Woche

 

Governance-Reformer: Unsere aktuellen Top-10-Aufsichtsräte

Wir haben es letzte Woche bereits betont: Statt neue regulatorische Vorgaben in Sachen Managergehälter und Frauenquote zu ersinnen, sollte die Politik vorerst lieber den Aufsichtsräten vertrauen. Denn vielerorts haben sie wichtige Reformen angeschoben – und arbeiten weiter mit Hochdruck an professionellen Governance-Systemen. Unsere aktuellen Favoriten im Schnelldurchlauf:

Borussia Dortmund. Unsere Fußball-Bundesligisten brauchen keine Investoren, sondern professionelle Aufsichtsräte. Und in Sachen Sports Governance steht der Deutsche Meister schon fest: Der börsennotierte BVB schneidet laut einer aktuellen IVOX-Studie am besten ab – vor allem wegen der Expertise der Aufsichtsräte.

Bosch: Das Gremium um Franz Fehrenbach hat früh für ein transparentes Vergütungssystem für Vorstände gesorgt und individuelle Boni abgeschafft. Prämien orientieren sich nun einzig am Erfolg des Unternehmens. So fördert Bosch Teamgeist statt Egoismus.

Covestro. Für Aufsichtsräte gibt es kein größeres Lob, als wenn Vorstände ihnen attestieren, unangenehme Fragen zu stellen. Insofern darf sich das Gremium um Richard Pott, Christine Bortenlänger und Rolf Nonnenmacher über entsprechende Aussagen von Vorstandschef Patrick Thomas auf dem 10. Deutschen Aufsichtsratstag freuen.

Deutsche Bank. Unter Paul Achleitner hat der Aufsichtsrat sein Kompetenzprofil verbessert; bereits 2016 lobte Ingo Speich von Union Investment die „eingeleiteten Veränderungen“. Auch aktuelle Personalien sehen wir positiv, etwa die Berufung des Google-Sicherheitschefs Gerhard Eschelbeck. Da passt es ins Bild, dass das Gremium das Fixgehalt von John Cryan gekappt hat – und dass die Vorstände für 2016 keine Boni kassieren.

Deutsche Börse. Zu den Aufsichtsräten, die früh auf Diversity gesetzt haben, gehört das Gremium der Deutschen Börse. Die Frauenquote liegt bei mehr als 40 Prozent – und das geht keineswegs zu Lasten der Kompetenz, wie unter anderem der Einzug von Ex-Finanzaufseherin Monica Maechler (2012) und von Ann-Kristin Achleitner (2016) zeigten.

Henkel. Wohl selten verlief ein Wechsel derart reibungslos wie der von Kaspar Rorstedt zum neuen Vorstandschef Hans van Bylen. Das ist ein Indiz für eine professionelle Nachfolgeplanung im Henkel-Aufsichtsrat, der von Simone Bagel-Trah geleitet wird.

Heraeus. Stellvertretend für die Familienunternehmen, die Fortschritte in Sachen „Family Governance“ machen, möchten wir den Heraeus-Konzern nennen. Das Hanauer Unternehmen will auf Basis des Familienkodexes einen externen Profi an die Spitze des gut aufgestellten Aufsichtsrats berufen.

Metro: Es war ebenfalls ein starkes Signal für die Unabhängigkeit von Aufsichtsräten: Großaktionär Franz Markus Haniel hat sein Mandat als Aufsichtsratschef zu Gunsten eines „unabhängigen, externen“ Kandidaten niedergelegt. Auch darüber hinaus macht das Gremium Fortschritte – etwa in Sachen Diversity.

Stada. Dass aktive Investoren positiven Einfluss haben können, zeigt sich beim Pharmakonzern Stada. Dort sind kompetente Mitglieder in den Aufsichtsrat eingezogen, der daraufhin jüngst ungewohnte Agilität bewies – durch Einrichtung eines Ad-hoc-Ausschusses.

Volkswagen. Ja, es liegt noch vieles im Argen beim VW-Konzern und seinem Aufsichtsrat. Aber es gibt auch Fortschritte zu vermelden; allen voran die Tatsache, dass die Gremienmitglieder keine Boni mehr kassieren. Die Aufsichtsratsvergütungen entsprechen damit endlich Governance-Standards.

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Flops der Woche

 

Deutsche Bahn: Dobrindts Affront gegen den Aufsichtsrat

Wenn es stimmt, was die FAZ berichtet, hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn vor den Kopf gestoßen und zugleich ein mehr als fragwürdiges Corporate-Governance-Verständnis offenbart: Wie es heißt, haben die Gremienmitglieder aus den Medien erfahren, dass Finanzchef Richard Lutz neuer Vorstandsvorsitzender wird. Offiziell hat Dobrindt Lutz erst am Wochenende vorgeschlagen. Da fragen wir uns: Wozu überhaupt ein Aufsichtsrat, wenn der Eigentümer zentrale Entscheidungen hinter verschlossenen Türen fällt? Und warum nehmen es die Gremienmitglieder hin, dass Dobrindt sie vor den Kopf stößt und den Super-Aufsichtsrat markiert? Wir meinen: Dobrindts Alleingang ist mehr als eine Stilllosigkeit. Er offenbart ein viel größeres Problem: Ein übermächtiger Eigentümer verwechselt Polit-Erfahrung mit Überwachungskompetenz – und trifft auf einen Aufsichtsrat, der ihm offenbar nicht genug entgegenzusetzen hat.

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Managerhaftung: Der gefährliche Kurs der Daimler-Aufsichtsräte

Die DSW hat für den ersten Paukenschlag in der diesjährigen HV-Saison gesorgt: Die Aktionärsschützer kündigten an, den Daimler-Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung am 29. März nicht zu entlasten. Das Gremium habe sich früh festgelegt, keine Ansprüche gegen Vorstände und Manager geltend zu machen, die für das Lkw-Kartell verantwortlich sind. Es sei „nicht hinnehmbar“, so die DSW, dass die Aktionäre die Kartellstrafe von fast drei Mrd. Euro alleine schultern müssten – zumal es sich um Compliance-Verstöße handele, bei deren Verfolgung „kein Ermessensspielraum für den Aufsichtsrat“ bestehe. Auch uns hat die frühe Festlegung im vergangenen Jahr überrascht. Im Sinne der Daimler-Kontrolleure hoffen wir nun, dass dies auf Basis einer fundierten juristischen Prüfung geschah, die sich als tragfähig erweist.

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Brainloop

 

 

Szene-News

 

 

Aus dem DCGI-Netzwerk: VARD fordert Governance-Kriterien für „Scale“
Düsseldorf, 21. März (VARD-Pressemitteilung): Junge deutsche Unternehmer rücken mit ihren Ideen und Erfindungen zunehmend in den Fokus von Wirtschaft und Politik. Erst im März 2017 hat die Deutsche Börse ihr neues Segment „Scale“ für Gründer und Mittelständler eröffnet. Gleichzeitig setzen sich einzelne Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen mit der „Initiative Ruhr“ mit einem 30 Millionen Euro [...] 
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Aus den Gremien: Kurz macht’s länger bei Carl Zeiss
Die Aufsichtsgremien der Schott AG und der Carl Zeiss AG haben ihren Vorsitzenden Dieter Kurz wiedergewählt. Der 69-jährige hat diese Funktionen seit 2012 inne. Zudem leitet Dieter Kurz den Stiftungsbeirat der Carl-Zeiss-Stiftung, zu der beide Unternehmen gehören. Der promovierte Physiker hat sein gesamtes Berufsleben bei Carl Zeiss verbracht; bereits 1979 startete er bei dem [...] 
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Studie: Anregungen für das Governance-System der Zukunft
Das britische „ICSA – The Governance Institute“ hat einen Report zum Thema „The Future of Governance“ veröffentlicht. Darin gelangen die Experten zu mehreren interessanten Schlussfolgerungen. So weisen sie darauf hin, dass Ziele wie Chancengleichheit nicht in vollem Umfang durch Corporate-Governance-Programme bei börsennotierten Unternehmen erreicht werden können. Deshalb müsse die britische Regierung bei entsprechenden Vorschlägen [...] 
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Aus den Gremien: Neue Aufsichtsräte bei K+S, Messer und Allianz
Während die HV-Saison näher rückt, nominieren immer mehr Unternehmen Kandidaten für vakante Positionen in ihren Aufsichtsgremien. So soll der frühere BASF-Vorstand Andreas Kreimeyer (62) im Mai Ralf Bethke (74) als Aufsichtsratschef des Düngemittelkonzerns K+S beerben. Neu ins Gremium zieht Südzucker-Finanzvorstand Thomas Kölbl (54) ein. Bei der Allianz folgen Ex-Telekom-Chef René Obermann (54) und der [...] 
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VARD

 

 

Aktuelle Themen aus anderen Medien

 

 

Hamburger Hafenkonzern – Rüdiger Grube soll Aufsichtsratschef bei HHLA werden
Der frühere Bahnchef Rüdiger Grube hat einen neuen Job in Aussicht: Der 65-Jährige soll im Juni den amtierenden Aufsichtsratvorsitzendender der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Peer Witten, beerben. "Es wird Rüdiger Grube - und das ist eine gute Entscheidung für das Unternehmen", hieß es aus dem HHLA-Umfeld. Bei der Hauptversammlung am 21. Juni soll [...] 
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Deutsche Bahn: Richard Lutz ist neuer Bahnchef
Er kennt das Unternehmen seit vielen Jahren: Richard Lutz ist neuer Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn. Der Aufsichtsrat sieht in ihm einen "exzellenten Fachmann". Richard Lutz ist neuer Chef der Deutschen Bahn. Der Aufsichtsrat des Unternehmens bestellte ihn für fünf Jahre. "Keiner kennt die Deutsche Bahn so gut wie Herr Dr. Lutz", sagte Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth [...] 
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Frank Appels Luxusgehalt macht Aufseher nervös
Das Millionengehalt von Post-Chef Frank Appel schreckt den Aufsichtsrat auf. Als Reaktion soll ein neues Vergütungssystem mit Obergrenzen ausgearbeitet werden. Doch neuer Ärger steht schon bevor. Die Diskussion um die Begrenzung von Vorstandsgehältern ist nun auch bei der Deutschen Post angekommen. Nach Informationen der „Welt“ aus dem Unternehmen arbeitet der Aufsichtsrat des Bonner Konzerns an [...] 
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Fahnder durchsuchen Büros von VW- und Audi-Chefs
Bei den Razzien gegen Audi wegen möglichen Betrugs in der Diesel-Affäre hat auch das Top-Management Besuch von Ermittlern bekommen. Beamte hätten bei VW-Chef Matthias Müller und Audi-Chef Rupert Stadler nach Material gesucht, heißt es. Müller ist Aufsichtsratschef von Audi. Laut "Bild am Sonntag" haben die Ermittler 47 Mitarbeiter aufgelistet, die zur Aufklärung beitragen könnten, [...] 
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Engelbert Lütke Daldrup: Neuer BER-Chef soll 400.000 Euro Gehalt bekommen
Engelbert Lütke Daldrup, der neue Chef des Berliner Hauptstadtflughafens, soll einem Bericht zufolge ein jährliches Grundgehalt in Höhe von 400.000 Euro bekommen. Dazu kommen noch mögliche Boni. Der neue Berliner Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup soll einem Zeitungsbericht zufolge ein Grundgehalt von 400.000 Euro pro Jahr bekommen. Seine Vergütung könne über Bonuszahlungen außerdem weiter zunehmen, [...] 
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 Tweet der Woche

 

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