Zur Webversion.

GermanBoardNews

 

GermanBoardNews mit freundlicher Unterstützung von Brainloop

 

 

Ausgabe 88 | 28. April 2017

 

Tops: Aufsichtsräte unterm Weinfass? | Mehr Frauenpower
Flops: Fauler Tönnies-Kompromiss | Kontrolleure unter Beschuss
Szene-News: Junge Aufsichtsrätin | Mitbestimmung | Digitalisierung

Tops der Woche

 

Diversity: Mehr Frauen? Unbedingt – aber ohne staatlichen Druck

Aktuelle Studien (wie zum Beispiel diese aus der Schweiz) zeigen, dass Unternehmen mit Frauen in den Führungsgremien erfolgreicher sind. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass viele den Frauenanteil weiter erhöhen wollen, wie eine aktuelle Diversity-Erklärung von 29 Wirtschaftsvertretern im Rahmen des G-20-Gipfels zeigt. Zu den Unterzeichnern gehören Innogy-Chef Peter Terium sowie die Dax-Vorstände Margret Suckale (BASF) und Janina Kugel (Siemens). Die entscheidende Frage ist aber: Wächst durch firmeninterne Diversity-Initiativen die Gefahr, dass Frauen trotz schlechterer Qualifikation vorgezogen werden? Bisher scheint das nicht der Fall zu sein – flexiblere Arbeitsmodelle und Mentoren-Programme zum Beispiel gleichen meist Nachteile aus, statt zu bevorteilen. Sollte der Gesetzgeber jedoch den Druck erhöhen (was Familienministerin Manuela Schwesig bereits angedroht hat), könnte es plötzlich anders aussehen. Deshalb unser Appell: Lasst die Unternehmen machen – die schaffen das!

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

Aufsichtsratsvergütung: Warum Chefkontrolleure nicht „unterm Weinfass liegen“

Gabor Steingart hat die Aufsichtsratsvergütungen via Twitter scharf kritisiert. „Wasser predigen und unter dem Weinfass liegen“, kommentierte der Handelsblatt-Herausgeber eine aktuelle Studie, der zufolge die Vergütung eines typischen Dax-Aufsichtsratschefs in den letzten zehn Jahren von 235.000 auf 359.000 Euro gestiegen ist. Zugleich stieg aber auch die Arbeitsbelastung, weil sich gemütliche Rotwein-Runden zu professionellen Gremien gemausert haben (von höheren juristischen Risiken ganz zu schweigen). Und gerade die Aufsichtsratschefs haben vielerorts neue Aufgaben übernommen, allen voran die Kommunikation mit Investoren. Hinzu kommt: Die meisten erhalten ausschließlich fixe Vergütungen – nur noch fünf Dax-Konzerne zahlen ihren Aufsichtsräten darüber hinaus Prämien. Von Fehlanreizen wie bei den Vorstandsvergütungen kann deshalb keine Rede sein. Schon deshalb hinkt Steingarts Vergleich. Hoffen wir, dass sein Tweet nicht der Auftakt einer postfaktischen Neiddebatte war.

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 

 

 

Flops der Woche

 

Hauptversammlungen: Aufsichtsräte geraten unter Beschuss

Derzeit kommt es für deutsche Aufsichtsräte knüppeldick; kaum ein Tag vergeht, ohne dass Investoren prominente Gremienmitglieder ins Visier nehmen. So hat die Aktionärsberatung ISS in dieser Woche nicht nur das Vorstandsvergütungssystem von Munich Re abgelehnt, sondern auch die Aufsichtsräte Henning Kagermann und Bernd Pischetsrieder kritisiert, weil sie dem Gremium bereits seit 1999 bzw. 2002 angehören – und damit nach internationalen Gepflogenheiten nicht mehr als „unabhängig“ gelten könnten. Fast zeitgleich monierte die Fondsgesellschaft Deka, dass Paul Achleitner erneut in den Bayer-Aufsichtsrat gewählt werden soll – obwohl er dem Gremium bereits seit 15 Jahren angehört (und Bayer erst vor kurzem beschlossen hat, dass drei Amtszeiten à fünf Jahren in der Regel das Maximum sein sollen). Widerstand gibt es auch gegen Alexander Schütz, der in den Deutsche-Bank-Aufsichtsrat einziehen soll. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir halten nichts von starren Regeln; so kann es durchaus Fälle geben, in denen Aufsichtsräte auch nach vielen Jahren noch die Besten für den Job sind. Aber es ist wichtig, dass Aktionäre dies hinterfragen. Gremienchefs und die Betroffenen sollten es ihnen gleichtun.

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

Familienunternehmen Tönnies: Westfälischer Friede – oder fauler Kompromiss?

Für ambitionierte Familienunternehmen sind Aufsichtsgremien unabdingbar. Deshalb ist es sicher sinnvoll, dass der Fleischkonzern Tönnies im Zuge der familiären Friedensverhandlungen einen Beirat einrichtet. Allerdings gibt es dabei aus Corporate-Governance-Sicht einen erheblichen Konstruktionsfehler: Firmenchef Clemens Tönnies und womöglich auch sein Neffe Robert werden sowohl im Beirat als auch in der Geschäftsführung der Familienholding sitzen – und sich damit sozusagen selbst kontrollieren. Das vermeintliche Überwachungsgremium dürfte damit eher zu einer Art Parallel-Instanz werden. Streit um Zuständig- und Verantwortlichkeiten ist da programmiert; wir fürchten deshalb, dass der „westfälische Friede“ (Handelsblatt) zum Nukleus neuer Auseinandersetzungen wird. Für ihre neue Rolle als Beiräte empfehlen wir Robert und Clemens Tönnies vorsorglich schon mal die Lektüre der VARD-Berufsgrundsätze.

Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 

 

Deutscher Aufsichtsratstag

 

 

Szene-News

 

 

Aus den Gremien: Deutschlands jüngste Aufsichtsrätin will neue Fragen stellen
Die 34-jährige Fränzi Kühne soll auf der HV am 1. Juni in den Aufsichtsrat des Telekommunikationsunternehmens Freenet einziehen. Damit wäre die Geschäftsführerin der Berliner Digital-Agentur „Torben, Lucie und die gelbe Gefahr“ (TLGG) laut Medienberichten die jüngste Aufsichtsrätin der Republik. Freenet habe nach „Expertise im Digitalen“ für das Gremium gesucht, und daraufhin habe sie sich [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Mitbestimmung: Auch Siemens-Chef Kaeser fordert Reformen
Wir haben kürzlich darauf hingewiesen, dass die aktuellen Regeln zur Mitbestimmung Mauscheleien fördern und den Teamgeist in Konzernen untergraben können. Denn weil nur die Mitarbeiter in Deutschland die Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat wählen, müssen Vorstände bisweilen Zugeständnisse machen, die zulasten der Belegschaft in anderen Ländern gehen. Nun hat auch Joe Kaeser gefordert, die Mitbestimmung zu [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Investoren: Verschlafen Deutschlands Top-Konzerne die Digitalisierung?
Ingo Speich fürchtet, dass sich Deutschlands Vorzeigeunternehmen nicht schnell genug wandeln. „Großkonzerne leiden häufig unter verkrusteten Strukturen und einer ausgeprägten Besitzstandswahrungsmentalität, die notwendige Transformationsprozesse erschwert”, sagte der Fondsmanager von Union Investment im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Capital. Das sei “brandgefährlich”, da die Digitalisierung etablierte Geschäftsmodelle infrage stelle und “ganze Großindustrien” einen Angriff auf ihr [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


 

VARD

 

 

Aktuelle Themen aus anderen Medien

 

 

Eric Olsen musste zum Rücktritt gedrängt werden
Der Abgang von Lafarge-Holcim-Chef Eric Olsen war nicht freiwillig. Im Verwaltungsrat herrschten Zweifel, ob er wirklich nichts von Lösegeldzahlungen an den IS wusste. Lafarge-Holcim-CEO Eric Olsen begründete seinen Abgang mit hehren Worten: «Obwohl ich in keinerlei Fehlverhalten involviert war oder davon Kenntnis hatte, denke ich, dass mein Rücktritt dazu beitragen wird, Ruhe in ein [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Wirbel vor Hauptversammlung – Remmel warnt Bayer vor Monsanto-Deal
Bayer-Chef Baumann steht eine turbulente Hauptversammlung bevor: Umweltschützer kündigen Demonstrationen an, Großaktionäre sind sauer wegen Paul Achleitner - und die Kartellprüfungen ziehen sich hin. Am Freitag stellt sich Werner Baumann das erste Mal als Bayer-Chef den Aktionären. Und vieles wird anders sein als sonst. Der Krefelder will den Anlegern die teuerste Übernahme schmackhaft machen, [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


Pfeiffer Vacuum: Busch will Showdown auf der Hauptversammlung
Die Übernahme des Maschinenbauers Pfeiffer Vacuum durch die Busch-Gruppe geht in die nächste Runde. Das letzte Angebot wurde abermals abgelehnt. Großaktionär Busch fordert eine Aussprache bei der Hauptversammlung. Auf dem Aktionärstreffen der Pfeiffer Vacuum im Mai wird es zu einem Showdown mit Großaktionär Busch kommen. Dieser fordert eine Aussprache über seine Übernahmeofferte für den [...] 
Weiterlesen | Weitersagen: LinkedInTwitterFacebook

 


 

 Tweet der Woche

 

Bloß nicht um die Quote zittern – die hol ich mir jetzt halt beim twittern.

Thomas Gottschalk (@herbstblond)

 

 

Zusammengestellt für Sie von:

DCGI

 

 

Impressum:
Deutsches Corporate Governance Institut (DCGI) UG (haftungsbeschränkt)
Prinz-Georg-Straße 91, 40479 Düsseldorf
Tel.: +49 (0)211 4497 01 | Fax: +49 (0)211 4497 101

Handelsregister: AG Düsseldorf, HRB 75555
Geschäftsführung: Diana Steinbrück, Katrin Danielzik

germanboardnews@dcgi.org | dcgi.org

Sie möchten Ihren Emailempfang bearbeiten?
Einstellungen bearbeiten | GermanBoardNews abbestellen