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Ausgabe 79 | 24. Februar 2017

 

Tops: Agilere Aufsichtsräte | Fruchtbarer Streit um Mandate
Flops: Postbank & Deutsche Bank | Nachfolgeplanung
Was diese Woche wichtig war: Digitale Vorstände | Board-Studie | TLG

 

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Tops der Woche

 

Digitalisierung: Auch Deutschlands Aufsichtsgremien werden agiler

Der Aufsichtsrat des Pharmakonzerns Stada hat einen fünfköpfigen „Ad-hoc-Ausschuss“ gegründet, der von Aufsichtsratschef Carl Ferdinand Oetker geleitet wird. Das Gremium soll während der derzeitigen Gespräche mit Übernahme-Interessenten „einen schnellen und engen Austausch“ mit dem Vorstand sicherstellen und „eine effiziente Entscheidungsfindung ermöglichen“. Das macht sicher Sinn. Aber auch unabhängig von Sondersituationen müssen Aufsichtsräte flexibler werden. Schließlich zwingt die Digitalisierung Unternehmen zu Agilität – und da wären Aufsichtsräte mit langwierigen Entscheidungsprozessen ein gefährliches Hindernis (siehe auch GermanBoardNews vom 6. Januar). Immerhin sehen wir zahlreiche positive Anzeichen: Neben kurzfristig anberaumten Telefonkonferenzen gehören digitalisierte Informationsprozesse immer öfter zum Standard, statt weiter Kuriere zu Aufsichtsräten zu schicken. Auch darüber hinaus sind neue Ideen und disruptive Ansätze gefragt. Wie angekündigt soll die Diskussion darüber einer unserer Schwerpunkte in diesem Jahr sein – zum Beispiel auf dem 11. Deutschen Aufsichtsratstag im Juni und in unserer LinkedIn-Gruppe.

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Infineon-Hauptversammlung: Streit um Aufsichtsratsposten? Gut so!

Der Münchener Halbleiterhersteller Infineon hat eine neue Aufsichtsrätin: Auf der Hauptversammlung Ende letzter Woche haben die Aktionäre Géraldine Picaud ins Gremium gewählt. Allerdings stimmten 11,25 Prozent gegen die Finanzchefin des Pariser Brillenglas-Produzenten Essilor – ein überraschend hoher Anteil. Zuvor hatte ein Kleinaktionär beantragt, stattdessen ihn selbst zu wählen: Sonst, so seine Argumentation, fehle es im Aufsichtsrat nach dem Abgang der Professorin Doris Schmitt-Landsiedel (TU München) an technischer Kompetenz. Auch, wenn er damit nicht durchdrang: Den vergleichsweise hohen Anteil von Gegenstimmen darf er als Achtungserfolg werten. Überhaupt finden wir es erfreulich, dass immer öfter offen über die Qualifikation von Aufsichtsräten diskutiert wird. Und Infineon war erst der Anfang: In der diesjährigen HV-Saison werden wir zahlreiche weitere Fälle erleben. Aufsichtsräten, die sich wappnen oder Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen wollen, können sich ihre Kompetenz zertifizieren lassen.

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Flops der Woche

 

Nachfolgeplanung: Wenn ambitionierte Manager Aufsichtsräte hofieren

Die Serie von Skandalen beim Oldenburger Energieversorger EWE hat den Aufsichtsrat erreicht. Wie das Handelsblatt berichtet, soll ein Manager einen Aufsichtsrat regelrecht hofiert haben: Timo Poppe, (bisheriger) Generalbevollmächtigter für den Bereich Infrastruktur und aktueller Vorstands-Kandidat, hat laut Bericht den Vize-Landrat Heiner Schönecke (CDU) bei dessen Biogas-Anlage unterstützt. So habe er Mitarbeiter eine „Sammlung von Vorschlägen zur Anlagenoptimierung“ erstellen lassen. Da es damit indirekt um finanzielle Vorteile für EWE-Kontrolleur Schönecke ging, halten Compliance-Experten den Vorgang für heikel. Aber auch abseits rechtlicher Erwägungen hat der Fall zumindest ein „G’schmäckle“. Schließlich liegt der Verdacht nahe, dass Aufsichtsräte nicht mehr unabhängig über die Eignung zum Vorstand befinden können, wenn Manager ihnen einen Gefallen getan haben. Das stellt die gesamte Nachfolgeplanung infrage. Unsere Empfehlung lautet deshalb: Lassen Sie sich nicht hofieren – und fordern Sie erst recht keine Gefälligkeiten ein (selbst, wenn es sich um vermeintliche Kleinigkeiten handelt).

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Deutsche Bank/Postbank: Wenn Aufsichtsräte über Kredite entscheiden

Wird der angeblich überzogene Eifer eines Aufsichtsrats für die Deutsche Bank zum juristischen Risiko? Wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wollen Anlegeranwälte neue Indizien dafür entdeckt haben, dass das Geldhaus seit September 2008 bei der Postbank „quasi durchregiert“ hat. Stimmt das, wäre schon damals ein Übernahmeangebot fällig gewesen, obwohl die Deutsche Bank zunächst nur 29,75 Prozent der Anteile gekauft hatte. Für Ex-Postbank-Aktionäre wäre das attraktiver, denn kurz danach eskalierte die Finanzkrise und schickte auch die Postbank-Aktie auf Talfahrt. Ein zentrales Argument der Anwälte: Deutsche-Bank-Manager Werner Steinmüller (seit 2016 auch Vorstandsmitglied) habe als Vorsitzender des Kreditausschusses im Postbank-Aufsichtsrat maßgeblichen Einfluss auf Kreditvergaben genommen, nachdem der Ausschuss zuvor „stets den Empfehlungen der Fachabteilung“ gefolgt war. Sicher: Dass der Ausschuss kein „Abnick-Gremium“ mehr war, ist erfreulich. Allerdings können gravierende Interessenkonflikte entstehen, wenn Vertreter von Großaktionären über zentrale operative Entscheidungen befinden – vor allem, wenn der Aktionär auch Konkurrent und Übernahmeinteressent ist. Für den Vorsitz des Kreditausschusses, finden wir, sind unabhängige Aufsichtsräte in ganz besonderem Maße wünschenswert.

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E-Learning

 

 

Was diese Woche wichtig war...

 

 

Managerhaftung: Anklage gegen Krauss-Maffei-Aufsichtsratschef
Laut Medienberichten hat die Staatsanwaltschaft München Manfred Bode angeklagt. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann soll dafür verantwortlich sein, dass das Unternehmen zwischen 2000 und 2005 Bestechungsgelder für Geschäfte in Griechenland als steuermindernde Betriebsausgaben veranschlagt hat. Damals fungierte er noch als Geschäftsführer und war somit für die Bilanz verantwortlich. Das Geld soll über ein [...] 
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Aus den Gremien: Masuhr zieht in TLG-Aufsichtsrat ein
Frank Masuhr ist neues Aufsichtsratsmitglied bei der Berliner TLG Immobilien AG. Bei der Gewerbeimmobiliengesellschaft mit zurzeit rund 1,4 Milliarden Euro Börsenwert ersetzt er seit dem 10. Februar Alexander Heße, der bereits im vergangenen Jahr zurückgetreten war. Masuhr ist Diplom-Ingenieur und hat in seiner beruflichen Laufbahn unter anderem für das Recyclingunternehmen ALBA und den Gebäudemanager [...] 
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US-Studie: Board-Mitglieder werden immer älter
Die Aktionärsberatung ISS und das IRRC Institute haben in einer gemeinsamen Studie herausgearbeitet, wie sich die Boards der S&P-1500-Unternehmen zusammensetzen und was sich seit 2008 geändert hat. Die durchschnittliche Amtszeit von Board-Direktoren blieb demnach weitgehend stabil – sie sank von neun auf zuletzt 8,7 Jahre. Amtszeitbegrenzungen gibt es laut Studie nur bei fünf Prozent [...] 
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Kompetenz: Immer mehr Digital-Profis in den Vorständen
Laut einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft Kienbaum hat fast die Hälfte der 27 neuen Vorstände, die Dax-, MDax-, TecDax- und SDax-Aufsichtsräte zum Jahreswechsel berufen haben, zuvor in der digitalen Wirtschaft gearbeitet. Allerdings war keiner Digitalchef bzw. Chief Digital Officer. Unter den Vorständen, die ihren Vertrag verlängert haben, hat laut Kienbaum nur jeder Dritte digitale [...] 
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Aktuelle Themen aus anderen Medien

 

 

Schmierstoffhersteller Fuchs-Petrolub: Susanne Fuchs übernimmt Vize-Vorsitz im Aufsichtsrat
Beim Mannheimer Schmierstoff-Hersteller Fuchs-Petrolub übernimmt Susanne Fuchs den Vize-Vorsitz im Aufsichtsrat. In dem Familienunternehmen hatte das Amt zuvor Manfred Fuchs 13 Jahre lang ausgeübt. Beim Schmierstoff-Hersteller Fuchs Petrolub steht ein Wechsel im Aufsichtsrat an. Der 78-jährige Manfred Fuchs legt sein Amt als stellvertretender Vorsitzender des Kontrollgremiums nach 13 Jahren am 5. Mai 2017 nieder. [...] 
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Neues Verwaltungsratsmandat: Sarkozy geht zu Accor-Hotels
Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy wird Verwaltungsrat bei der Hotelgruppe Accor. Dort soll er ein neu geschaffenes Komitee leiten. Nicolas Sarkozy ist ab sofort Mitglied im Verwaltungsrat der französischen Hotelkette Accor, wie die Gruppe am Dienstag in einer Mitteilung bekannt machte. Dort soll der ehemalige französische Präsident ein neu geschaffenes «International Strategy Committee» [...] 
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Energiekonzern: EWE-Chef kämpft um seinen Job
Der Oldenburger Strom- und Gasversorger EWE will am Mittwoch seinen Vorstandsvorsitzenden Matthias Brückmann abberufen. Vorher sprechen möchte das Gremium mit dem Manager aber nicht mehr. Nun meldet sich sein Anwalt. Sein Brief ist halb Bitte, halb Warnung. „Sehr geehrter Herr Dr. Kaulvers“, schreibt der Anwalt von Matthias Brückmann, dem Vorstandsvorsitzenden der EWE AG, an [...] 
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Benjamin Otto will Aufsichtsratsvorsitzender werden
Dass er nicht in den Vorstand des Handelsriesen einsteigen will, hat der Sohn von Eigentümer Michael Otto schon lange entschieden. Jetzt strebt Benjamin Otto die „perfekte Position“ im Unternehmen an. An der Spitze der Otto Group zeichnet sich ein Generationswechsel ab. Benjamin Otto, der Sohn des langjährigen Vorstandsvorsitzenden und heutigen Aufsichtsratschefs Michael Otto, möchte [...] 
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 Tweet der Woche

 

„Welche Staatsform hat Österreich?“

„Ein bisschen sieht’s aus wie eine Gitarre.“

@honigsuess

 

 

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